4 neue Elektro-Fähren
Projekt E-Fähren schreitet planmäßig voran
- alle drei E-Fähren starten in die Rohbauphase
Die technische Pilotphase der ersten E-Fähre „Klarisse“ verlief reibungslos und ohne Beanstandungen. Der speziell für den geringen Tiefgang der Elbe entwickelte Rumpf wurde individuell sehr gut konstruiert und gebaut. Bereits die Überführung der vollelektrischen E-Fähre konnte problemlos bewältigt werden.
Die erste E-Fähre der VGM liegt stabil im Wasser und zeigt auch gegen die Strömung eine sehr gute Performance. Sogar Überfahrten mit Eisschollen hat die Klarisse gut gemeistert.
Der Bau der drei weiteren baugleichen E-Fähren hat somit planmäßig begonnen. Der Start der Rohbauphase markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein im Projekt. Bis März 2026 sollen alle Fähren fertiggestellt und bereit für die Überführung sein. Den Anfang macht die „Elbnixe“, die nach aktuellem Stand ab Mitte März 2026 überführt wird. Voraussichtlich Anfang April 2026 soll sie an der baulich auf die E-Fähre angepassten Fährstelle F30 Strehla – Lorenzkirch ihren umweltfreundlichen Dienst aufnehmen. Das ist ein zweiter wichtiger Schritt für eine moderne und nachhaltige Zukunft auf der Elbe im Landkreis Meißen.
Solarpaneele auf dem Fährendach ...
Solarpaneele auf dem Fährendach
Auf dem Fährendach wurden Solarpaneele in Form von Glas-Glas-Modulen mit einem Transparenzgrad von 30 % installiert und an die elektrische Anlage des Schiffes angebunden. Der durch die Solarpaneele erzeugte Strom wird direkt in das Bordnetz eingespeist.
Elektrische Anlage und Antrieb
Die 24-Volt-Anlage dient der Versorgung der Bordelektrik. Das vollelektrisch angetriebene Schiff ist für einen täglichen Einsatz von bis zu 16 Stunden bei einer maximalen Geschwindigkeit von 10 km/h im Fährverkehr ausgelegt. Während der nächtlichen Liegezeit von rund 8 Stunden an den Anlegestellen kann die Batterie technisch sicher geladen werden.
Das Hochvolt-Batteriesystem versorgt sowohl die Antriebskomponenten als auch das AC-Bordnetz. Die Auslegung des Batterie- und Antriebssystems ist so konzipiert, dass im Regelbetrieb maximal 80 % der nutzbaren Batteriekapazität beansprucht werden.
Die Ladung des Batteriesystems erfolgt über eine 63-A-Landeinspeisung mittels CEE-Stecker. Der Landanschluss befindet sich in einem Sicherheitsschrank hinter dem Fahrstand. Das zugehörige Landanschlusskabel hat eine Länge von 15 Metern.
Kühlung und Lagerung
Der wassergekühlte Elektromotor wird über ein geschlossenes Außenhautkühlsystem temperiert. Zur Reduzierung von Vibrationen ist der Motor elastisch gelagert. Diese Maßnahme verbessert die Laufruhe des Antriebssystems und trägt zu einer erhöhten Lebensdauer der Komponenten bei.
Batteriesystem
Zur Energieversorgung des Bordnetzes und der Antriebskomponenten ist das Schiff mit einem Batteriesystem ausgestattet. Die Akkumulatoren sind in fest installierten Batterieracks untergebracht, sodass ein Verrutschen bei Schiffsbewegungen ausgeschlossen ist. Ein Batterierack besteht aus acht Modulen mit einer Einzelkapazität von jeweils 8 kWh. Die Hochvolt-Batterie setzt sich aus insgesamt fünf Strings zusammen. Daraus ergibt sich eine Gesamtbatteriekapazität von 320 kWh. Die Batterien sind direkt mit dem Zwischenkreis verbunden, der Spannungsbereich liegt zwischen 600 und 720 Volt.
Energiekonzept
Dem Einsatzgebiet wird durch ein energieeffizientes und ressourcenschonendes Betriebskonzept entsprochen, das vollständig emissionsfrei ist. Die elektrische Energie wird über das öffentliche Stromnetz in die Energiespeicher der Personenfähre eingespeist.
Von Rhein zur Elbe: E-Fähre „Klarisse“ im Landkreis Meißen angekommen
Die vollelektrische Fähre „Klarisse“ hat ihre Reise vom Rhein erfolgreich abgeschlossen und ist am 04. September 2025 am späten Abend im Landkreis Meißen eingetroffen.
Bereits am 5. August 2025 wurden Mitarbeiter der VGM auf einer Testfahrt auf der Klarisse eingewiesen.
Am 12. August 2025 begann die Überführungsfahrt zum künftigen VGM- Einsatzort, der Fährstelle F28 Niederlommatzsch – Diesbar-Seußlitz.
Die Fahrt wurde von einer kompetenten und engagierten Besatzung begleitet. Neben den Mitarbeitenden der VGM Schiffsführer René Lindner, den VGM-Fährmännern Silvan Hesse und Benedikt Messerschmidt, waren auch ein erfahrener Schiffsführer der Deventer sowie ein fachkundiger Mitarbeiter der Lux Werft GmbH an Bord. In Deventer – einer Gemeinde in den Niederlanden - ist seit 2021 eine E-Fähre aus der Lux-Werft im Einsatz. Die Überführungsfahrt verlief reibungslos, d. h. technisch einwandfrei, und zeigte bereits eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des umweltfreundlichen Schiffs. Am 16. August 2025 hatte die Klarisse ca. 580 Kilometer Schifffahrtsweg auf dem Rhein und dem Mittellandkanal erfolgreich gemeistert. Dabei ist die Klarisse ca. 20 km/h gefahren. Ab 16. August 2025 musste sie oberhalb vom Schiffshebewerk Magdeburg- Rothensee zunächst verweilen, da der niedrige Wasserstand der Elbe eine Weiterfahrt verhinderte. Ab 02. September 2025 konnte sie die restlichen 273 Kilometer auf der Elbe bis zur Heimat-Anlegestelle nach Niederlommatzsch zurücklegen. Ab 05. September 2025 werden Testfahrten durchgeführt und weitere VGM- Mitarbeiter eingewiesen. Ab 11. September 2025 wird die emissionsfreie E-Fähre zwischen Niederlommatzsch und Diesbar-Seußlitz im Einsatz sein. Sie steht für innovative, umweltfreundliche Mobilität und ist Teil der Strategie des Landkreises Meißen, den Anteil an E-Mobilität im öffentlichen Verkehr kontinuierlich auszubauen. Durch den Einsatz modernster Akkutechnologie fährt die „Klarisse“ geräuscharm, abgasfrei und nahezu wartungsarm – ein Gewinn für Umwelt, Anwohner und Fahrgäste gleichermaßen.
Die E-Fähre Klarisse im Rohbau
Der Rohbau der ersten E-Fähre ist in vollem Gang. Der Rumpf wird an die Gegebenheiten der Elbe angepasst, insbesondere an den geringen Tiefgang, was eine große Herausforderung in der Konstruktionsphase darstellte.
Das Steuerhaus wird separat angefertigt und nach Fertigstellung als komplette Einheit auf dem Rumpf montiert.
Die Fertigstellung des Baus ist voraussichtlich für Ende Juli bis Anfang August 2025 geplant. Im Anschluss folgen Einweisungen der Fährmänner der VGM auf der Werft. Erst danach kann die Überführung der Fähre über Wasser erfolgen. mehr
Die E-Fähren haben Namen!
Vom 01.02.2025 bis zum 28.02.2025 konnten Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Meißen über die Vorschläge abstimmen.
Am 05.03.2025 wurden die Gewinnerinnen und Gewinner ermittelt und per Mail informiert.
Folgende Namen für die E-Fähren wurden gewählt:
➢ „Ritter Karras“ - F24 Coswig-Kötitz - Gauernitz
➢ „Klarisse“ - F28 Niederlommatzsch - Diesbar-Seußlitz
➢ „Riesaer Riese“ - F29 Riesa - Pomnitz
➢ „Elbnixe“ - F30 Strehla - Lorenzkirch
Mehr Informationen dazu auf der Seite des Landkreises Meißen:
Unsere E-Fähren haben jetzt Namen! | Beteiligungsportal Landkreis Meißen
Vertragsunterzeichnung am 09. Juli 2024
Beim ersten Auftakttermin wurde die Kooperation zwischen VGM und der Lux-Werft im Rahmen des gemeinsamen Verbundprojekts MEI_eFAIR offiziell symbolisch durch Unterschrift und Handschlag bestätigt.
Die Verkehrsgesellschaft Meißen mbH und die Lux-Werft und Schifffahrt GmbH freuen sich, den erfolgreichen Abschluss eines bedeutenden Vertrages bekannt zu geben. Dieser Vertrag markiert einen wichtigen Schritt in der weiteren Zusammenarbeit beider Unternehmen.
Inhaltliche Details und zeitliche Meilensteine des Projekts wurden während des Treffens eingehend besprochen und finalisiert.
Das Verbundvorhaben MEI_eFAIR tritt in eine entscheidende Phase ein
- Die Zuschlagserteilung für die Werft erfolgte am 07.05.2024 und damit auch der Baubeginn der 1.E-Fähre mit barrierefreiem Zugang.
- Voraussichtlicher Einsatz ist im August 2025 geplant.